evangelischer Religion

Was will evangelischer Religionsunterricht?

Evangelischer Religionsunterricht ist im Land Sachsen-Anhalt ordentliches Lehrfach. Er leistet einen eigenständigen Beitrag zur Erfüllung des Bildungsauftrages der Schule und wird in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der Evangelischen Kirche erteilt.
Evangelischer Religionsunterricht ist durch ökumenische Offenheit und Zusammenarbeit sowie durch weltanschauliche Toleranz geprägt.
Die Schülerinnen und Schüler werden mit dem christlichen Angebot zur Sinndeutung und Gestaltung des Lebens vertraut gemacht. Dabei spielen die christliche Überlieferung und das gegenwärtige christliche Leben eine besondere Rolle.
Im Religionsunterricht wird       -     die Frage nach Gott,

  1. nach der Deutung der Welt,
  2. nach dem Sinn und Wert des menschlichen Lebens und
  3. nach den Normen für das menschliche Handeln aus der Sicht des Evangeliums geweckt und reflektiert.

Ziel ist es wichtige Lebensfragen so aufzunehmen, dass die Schülerinnen und Schüler eigene Positionen gewinnen und fähig werden zu verantwortlichem Handeln. Durch das Vertraut-werden mit den christlichen Glaubenstraditionen und der Auseinandersetzung mit ihnen sollen Entscheidungsfähigkeit, Toleranz und die Fähigkeit zur Konfliktbewältigung gefördert werden.
Die Vermittlung von Kenntnissen über andere Weltanschauungen und Religionen soll den Blick weiten. Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen, in einer multikulturellen Gesellschaft kritisch und engagiert Mensch unter Menschen zu sein und als Geschöpf Gottes Perspektiven der Hoffnung zu erfahren und sensibel für einander sein.

Welche Themen werden behandelt?

Leitthemen:
1. Mit der Bibel eine Sprache für Lebensvollzüge finden (schuljahrgangsübergreifend)
2. Die Bibel als Ausdruck von Glaubenserfahrung und Glaubensauseinandersetzung
3. Jesus Christus begegnen
4. Menschen versuchen, das Leben im Sinne Jesu zu gestalten (Kirchengeschichte)
5. Das Kirchenjahr und kirchliche Feste
6. Kirche heute im Widerstreit der Meinungen
7. Andere Religionen
8. Auf der Suche nach einem sinnvollen Leben
9. Ich und die anderen- Beziehungen leben und gestalten

 

Was unterscheidet den evangelischen Religionsunterricht vom Ethikunterricht?

Der Religionsunterricht beschäftigt sich ebenso wie der Ethikunterricht mit religiösen und weltanschaulichen Problemen. Jedoch begegnen die Schülerinnen und Schüler bewertenden Stellungnahmen aus christlicher Sicht, die aber Nichtchristliches weder verunglimpfen noch abwerten. Vielmehr wird der Unterricht eine eigenständige Urteilsbildung der Heranwachsenden fördern. Der klare Standpunkt, den die Religionslehrkraft vertritt, soll hierzu helfen. Die große Chance besteht darin, dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur Informationen über Religion erhalten, sondern ihr aus erster Hand begegnen können.
Im Religionsunterricht wird nicht christlicher Glaube verlangt, der Religionsunterricht ist ein Bildungsangebot für alle Schülerinnen und Schüler. Es muss aber klar sein, von welchen Grundlagen aus unterrichtet wird.

Soll mein Kind den Religionsunterricht besuchen?

Wenn man offen ist für Glaubensfragen, dann sprechen gute Argumente für den Religionsunterricht. Es ist ein aussichtsloses Unterfangen, Religion allgemein zu unterrichten, ohne von bestimmten Religionen auszugehen. Das lässt sich vergleichen mit einem Musikunterricht, in dem ständig über Musik gesprochen wird, aber nie ein musikalische Werk gehört oder ein Instrument angefasst wird. Er wird schnell langweilig. Man kann am besten verstehen, was Religion ist und will, wenn man sich auf eine bestimmte Religion einlässt. Der Unterricht wird anschaulicher, wenn die Inhalte der Religion entfaltet werden, zu der sich auch die Lehrerin bzw. der Lehrer bekennt. Gerade in solcher Anschaulichkeit des Unterrichts liegt die Chance für eine konfessionelle Kooperation. Unterschiedliche Standpunkte werden lebensnah vermittelt.
Zusammengefasst ist also eine interessiert offene Haltung der Eltern und Schülerinnen und Schüler gegenüber dem christlichen Glauben entscheidend dafür, ob eine Teilnahme am Religionsunterricht oder am Ethikunterricht bevorzugt wird.

 

 

 

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